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Die zahlreichen Flüsse und Bäche der Eifel entwässern die Eifel zur Nordsee hin über die beiden großen, außerhalb der Eifel liegenden Flüsse Rhein und Maas.

Dem Rhein fließen zu:

die außerhalb der Eifel gelegene Mosel mit ihren Eifler Nebenflüssen und -bächen
Sauer mit den Zuflüssen:
Prüm
Nims
Enz
Our
Kyll
Salm
Lieser
Alf mit dem Zufluss:
Uess
Sammetbach
Elz
die Nette
der Brohlbach
der Vinxtbach
die Ahr
die Erft mit den Zuflüssen:
Swist
Veybachoder Feybach mit den Zuflüssen:
Krebsbach
Kühlbach
  Die Nebenflüsse der Maas sind:

die Rur mit ihrem Nebenflüssen und -bächen:
Perlenbach
Urft
Olef mit den Zuflüssen:
Preth
Reifferscheider Bach
Diefenbach
Rosselbach
Genfbach
Gillesbach
Laufbach
Wisselsbach
Inde und ihr Hauptzufluss:
Vichtbach
die Ourthe (außerhalb der Eifel) mit ihren Nebenflüssen:
Amel mit dem Nebenfluss
Warche mit den Zuflüssen
Warchenne
Bayehon
Weser (Vesdre) mit dem Zufluss:
Hill


(Texte: wikipedia.de)




 

Die Eifel liegt zwischen Aachen (Norden), Trier (Süden) und Koblenz (Osten). Sie fällt im Nord-Osten entlang der Linie Aachen–Düren–Bonn zur Niederrheinischen Bucht ab. Im Osten und Süden wird sie vom Rhein- und Moseltal begrenzt. Westwärts geht sie in Belgien und Luxemburg in die geologisch verwandten Ardennen und den Luxemburger Ösling über. Sie berührt Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sowie den Raum Eupen-Sankt Vith-Luxemburg. Die höchste Erhebung der Eifel ist die Hohe Acht (747 m), ein Vulkankegel. 
 
Den Namen erhielt die Eifel vom karolingischen Eifelgau, der annähernd dem Gebiet um die Quellen der Flüsse Ahr, Kyll, Urft und Erft entsprach.

 


Dietmar Mirkes

Ein Wort vorweg: Geologische Zusammenhänge sind für Normalbürger nicht gerade leicht zu verstehen. Zum einen gibt es da die Kompliziertheit der Materie an sich, zum anderen trägt auch das Fach-Chinesisch der Wissenschaftler sein Scherflein dazu bei. Da ich davon ausgehe, dass dies ein Reisebuch und kein Geologie-Lehrbuch ist, es also auf möglichst, leicht verständliche Vermittlung von Zusammenhängen ankommt, werde ich versuchen, so wenig wie nur möglich Fachausdrücke zu verwenden und möglichst viel durch anschauliche Beispiele erklären, wie die heutigen wichtigsten Gesteine und Oberflächenformen der Eifel entstanden sind. Zunächst möchte ich einige Erklärungen vorausschicken, die nötig sind, um die folgende lange Geschichte zu verstehen:

1) Gesteine sind zwar meistens »steinalt« – gemessen an unseren Zeitvorstellungen – haben jedoch ebenso wie Menschen Lebenszeiten - nur längere. Sie entstehen unter bestimmten Bedingungen, haben von daher ihren ganz »persönlichen« Charakter und Lebenslauf, um dann schließlich zu verwittern und zu zerfallen. Dadurch, dass sie sich mehr oder weniger in ihre Bestandteile auflösen, schaffen sie wieder Voraussetzung, um in einem späteren Leben in anderer Zusammensetzung und unter anderen Bedingungen und mit anderem Charakter »wiedergeboren« zu werden.

2) Von ihrer Entstehungsgeschichte her unterscheidet man drei Arten von Gesteinen: Sedimentgesteine, magmatische Gesteine und sogenannte »metamorphe« Gesteine. Sedimentgesteine entstehen durch Ablagerungen an der Erdoberfläche oder am Meeresboden, wenn beispielsweise die einmündenden Flüsse nach und nach, Lage auf Lage, Sand, Geröll und Schlamm heranschleppen und am Meeresboden ablagern; Sedimentgesteine sind von daher oft geschichtet.
Magmatische Gesteine entstehen, wenn glutflüssige Magma aus dem Inneren der Erde unter hohen Temperaturen »gekocht« werden, dass sie noch einmal ihren Charakter verändern. So sind die vielen grauschwarzen Schiefer in der Eifel metamorphe Gesteine, die dadurch entstanden sind, dass einst Sedimente von Meeresboden aus Schlamm und Sand noch einmal unter hohem Druck und hohen Temperaturen zusammengepresst wurden und sich veränderten; ihre Schichtform haben sie jedoch beibehalten. Auch die mineralische Zusammensetzung und die Korngrößen des Ausgangsmaterials beeinflussen den Charakter der neu entstehenden Gesteine.

3) Die Erdoberfläche, auf der wir mit beiden Beinen so fest im Leben stehen, ist in Wahrheit eine wackelige Angelegenheit, vergleichbar etwa der erkalteten Haut eines Puddings, die nicht dicker ist als die Schale eines Apfels (im Vergleich zum Erddurchmesser). Was Wunder also, dass diese dünne Haut seit ihrer Entwicklung immer noch dauern in Bewegung ist - mal zieht sie sich hier auseinander und reißt auf, mal schrumpelt sie an einer anderen Stelle zusammen und wirft Falten; sie kann sich heben und kippen oder auch fetzenweise in den Untergrund tauchen.Eine Folge davon ist, dass sich die Verteilung von Kontinenten und Ozeanen, von Gebirgen und Tiefseegräben permanent ändern, 250 Millionen Jahren – um nur ein Beispiel zu nennen – völlig anders aus als heute. Diese Veränderungen vollziehen sich für uns so langsam, dass wir sie kaum mitbekommen (oder als Katastrophen, wie Vulkanausbrüche) erleben. Wenn man das Alter der Erde gleich einem Jahr setzt, dann gibt es »uns« – den homo sapiens – erst seit gut vier Minuten.

4) Für die Eifel – wie für andere Regionen auch – heißt das, dass man an einer Stelle beispielsweise Gesteine findet, die einer uralten Generation entstammen und »noch von damals« vorhanden sind (z.b. im Hohen Venn): das kommt daher, weil all die später entstandenen Generationen, die dann über den »alten« lagen, heute wieder verschwunden sind, weil sie in der Zwischenzeit wieder abgetragen worden sind. An einer anderen Stelle wiederum – so in der Vulkaneifel – finden wir die jüngsten Generation, die »gerade erst da ist« und seitdem erst teilweise abgetragen worden ist.Wenn mann also heute in der Eifel in einer Gegend keine Gesteinsgeneration aus einem Bestimmten geologischen Zeitalter findet, man nennt das seine »Schichtlücke«, so kann das zwei Gründe haben: 1. Es wurden damals keine neuen Gesteine hier gebildet. Oder: 2. Die Gesteinsgeneration, die damals gebildet worden ist, ist heute verschwunden, weil sie mittlerweile wieder ganz abgetragen worden ist. So finden wir heute in der Eifel nebeneinander ganz verschiedene Charaktere und Generationen von Steinen, je nachdem welches das gegenwärtige Ergebnis der geologischen Geschichte, d.h. die gegenwärtige Summe des Wechsels von Gesteinsbildung und -abtragung einer Gegend ist.

5) Die Geologen haben den verschiedenen Zeitaltern der Erdgeschichte Namen gegeben (z.B. Devon). Dabei haben sie manche Zeitalter nach Gesteinen benannt (z.B. Buntsandstein); d.h. mit »Buntsandstein« bezeichnen sie sowohl eine Gesteinsart als auch ein bestimmtes geologisches Zeitalter, was Außenstehende leicht verwirren kann – nicht jeder Buntsandstein ist im Zeitalter Buntsandstein entstanden (allerdings viele). Wenn diese geologischen Namen der Zeitaltern macht man in der Eifel, wie im gesamten Rheinischen Schiefergebirge, eine große Zweiteilung, die ganz praktisch zum Verständnis ist: in Grundgebirge und Deckgebirge. Unter dem Begriff »Grundgebirge« fasst man all die Gesteine zusammen, die im Erdaltertum entstanden sind und durch Bewegungen gefaltet wurden; den Schiefer beispielsweise findet man daher oft schräg oder senkrecht stehend oder herrliche Falten werfend (in Steinbrüchen). Mit »Deckgebirge« bezeichnet man all die später – in Erdmittelalter und Erdneuzeit – entstandenen Gesteine, die nicht gefaltet sind, sondern mehr oder weniger flach auf dem Grundgebirge aufliegen; sie bilden oft Schichtstufen oder Plateaus wie im Bitburger Land:Die für die Entstehungsgeschichte der Eifel wichtigste Faltungsphase lag also vor der Wende vom Erdaltertum zum Erdmittelalter – die soggenannte »variskische  Faltung«, vor rund 300 Millionen Jahren.Nach dieser langen Vorrede möchte sie jetzt einladen zu einer Entdeckungsfahrt durch die Erdgeschichte der Eifel. Wir beginnen von vorne – bei den ältesten Gesteinen – und enden bei den jüngsten, fast in der Jetztzeit.


Die Grundgebirge

Die ältesten heute noch vorhandenen Gesteine der Eifel finden wir am äußersten Nordwesten, in den östlichen Ausläufern des Hohen Venns.
Das Grundgestein des Hohen Venns entstand vor über 500 Millionen Jahren, im Zeitalter des Kambrium. Damals war hier ein Meer, auf dessen Boden quarzhaltige Sande und Tonschlamme abgelagert und von immer neu abgelagerten Schichten überlagert wurden; sie sanken tiefer hinab und wurden untern hohem Druck und hohen Temperaturen in größeren Tiefen zu Tonschiefer und Quarziten zusammengebacken. Die darüberliegenden kalk- und sandhaltigen Sedimente aus späteren Meeresphasen finden wir heute nur noch am Rande des Hohen Venns, nicht mehr in seinem Zentrum, weil sie inzwischen dort wieder abgetragen worden sind. Diese Verteilung hat folgenden Grund: Am Ende des Erdaltertums, vor rund 300 Millionen Jahren, vollzog sich jene »variskische« Faltung, die so prägend für viele Teile des Grundgebirges der Eifel ist; die Schichten dieses Gebietes wurden wie aufeinanderliegende Tischtücher von Nordwesten und Südosten zusammengedrückt und aufgefaltet. Das Meer zog sich zurück, das Hohe Venn wurde zum Hochgebirge, das im Laufe der nächsten  200 Millionen Jahre allmählich von Wind und Wetter wieder abgetragen werden sollte. Dabei ging diese Abtragung wie ein fast waagrechter Hobel vor, der die bogenförmig aufgefalteten Schichten von oben nach untern waagrecht abhobelte. Das Ergebnis: das Hohe Venn sieht – durch die Röntgenbrille betrachtet – wie eine in Südwest-Nordost-Richtung liegende länglich Zwiebel aus, deren oberstes Viertel abgesäbelt worden ist. In seiner erhöhten Mitte treten die ältesten Schichten – als der Zwiebel aus, deren oberstes Viertel abgesäbelt worden ist. In seiner erhöhten Mitte treten die ältesten Schichten – als der Zwiebel Kern – ans Tageslicht, randwärts folgen die nächst jüngeren. Wer also von Aachen aus über die B258 in Richtung Monschau das Venn hochfährt, ras gewissermaßen in einer Zeitmaschine ins Erdaltertum zurück; bei jeder Geländestufe der »Himmelsleiter« betritt er – erdgeschichtliche gesehen – eine ältere Stufe, die älteste oben. Die höchsten Kuppen des Venns davon findet man als »Vennwacken«. Die weicheren Tonschiefer sind zu einem ziemlich wasserundurchlässigen Tonboden verwittert, auf dem viel später – vor rund 10.000 Jahren – die berühmten Hochmoore des Venns entstanden.
Während man sich nun streiten mag, ob denn das Hohe Venn überhaupt zur Eifel zu zählen sei oder nicht vielmehr zu den Ardenen gehöre, schweift von hier oben ostwärts der Blick über typische Eifellandschaft: Die Hochflächen um Simmerath, Hürtgen, Dreiborn und – weiter hinter – Hollerath. Zerteilte Hochflächen wie diese, in die sich die Flüsse tief eingekerbt haben und so die Fläche in einzelne Höhenrücken und Plateaus zerschneiden, bilden weite Teile der Eifel. Im Westen (von Norden nach Sünden) die Ruhr-Eifel, hier vor uns, die westliche Hocheifel von Prüm und den »Islek« um Arzfeld, im Osten (von Norden nach Sünden) Die Ahr-Eifel südlich und nördlich der mittleren Ahr, die östliche Hocheifel um Kelberg und die obere Elz, die Mosel-Eifel mit den Höhenrücken um Büchel und Lutzerath und der Öfflinger und Littinger Hochfläche nördlich von Wittlich, und in der Mitte, die Vulkan-Eifel (wenn man sich die später aufgesetzten Vulkanhütte einmal wegdenkt).
All diese so typischen Eifeler Hochflächen sind aufgebaut aus quarzitreichen Schiefern und Grauwacken. Sie stellen die nächst älteste wichtige Gesteinsgeneration dar; ihr Ursprung liegt im Zeitalter des Devons, vor 350 - 400 Millionen Jahren, in dem die meisten der heutigen Gesteine der Eifel entstanden:
Vor rund 400 Millionen Jahren drang allmählich von Westen her das »Devon-Meer« nach Osten vor und bedeckte »die Eifel« knapp 100 Millionen Jahre lang. Im Norden wurde es umsäumt von sogenannten »Old Red« Kontinent, dessen Küste etwa nördlich der Linie Aachen-Lüttich lag, im Süden erhoben sich mittendrin einige »Mittel-deutsche« Inseln. An Meeresboden lagerten sich zunächst, im sog. »Unterdevon«, vor rund 380 Millionen Jahren. Sande und Schlamme ab, die später von weiteren Sedimenten überlagert und zu besagten matamorphen Schiefer und Grauwacken zusammengepresst wurden, (ähnlich wie vorher die Tonschiefer unter dem Hohen Venn). Das Klima wurde wärmer, das Meer zur tropischen »Südsee« mit tausenderlei Korallen, Muscheln, Schnecken, Panzerfischen und wie sie alle hießen.
In den flacheren Küstengewässern bauten Korallen Saumriffe auf, am Rande des Küstenschelfs zu Tiefsee mächtige Barriere-Riffe (wie heute vor der australischen Küste). Diese herrliche Tropensaison des »Mitteldevon« vor rund 370 Millionen Jahren mit ihren kalkhaltigen Meeressediment und Riffen bescherte der Eifel die dritte wichtige Gesteinsgeneration: die Kalke, Mergel, Dolomite und Sandstein der Kalkeifel mit ihrem Fossilreichtum, die mitten in der zentralen Eifel von Norden nach Süden verläuft. Nettersheim z.B. liegt auf einem solchen gewaltigen Barrier-Riffe, die Fossilien bei Gerolstein gehen auf diese Zeit zurück.
Ähnlich wie diese entstanden etwas später – im warmen Meer des Overdevons und Karbons vor 340 bis vor 290 Millionen Jahren – am heutigen nordwestlichen Vennrand bei Aachen vor der Küste des Old-Red-Kontinents in flachen Gewässern Korallenriffe und kalkhaltige Sedimente. Aus ihnen wurden die Kalk- und Dolomitsteine, die heute so charakteristisch für die weißen Häuser des »Münsterländchens« bei Aachen sind.
Aus den versinkenden küstennahen Urwäldern jener Zeit – von Charleroi über Lüttich und Alsdorf bis zum Ruhrgebiet – stammt im übrigen der mitteleuropäischen Steinkohlestreifen.
Mit dem Beginn der Karbonzeit begann sich allmählich der Eifelraum zu heben, das Meer zog sich langsam zurück, und jene berühmte »variskische« Faltung vor rund 300 Millionen Jahren schuf hier ein Hochgebirge; die Korallenriffe und Meeresablagerungen wurden aufgefaltet und bildeten fortan mächtige Massive, den heutigen Dolomiten vergleichbar. In den folgenden rund 160 Millionen Jahren wurde sie – wie das Hohe Venn und die anderen Schiefer – und Grauwackengebirge – wiederum abgetragen. Die Kalkmulden bei Sötenich, Kall, Dollendorf, Hillesheim, Gerolstein und Prüm mit den dazwischen sich hinziehenden, teils bewaldeten flachen Höhenrücken, die Schichtrippen, die hie und da schräg aus dem Untergrund hervorlugen – sie sind die eingeebneten Reste jenes einst hohen Bergmassivs.
Schon gegen Ende der Auffaltungsperiode, im sog. »Rotliegenden«, einer Unterzeit des »Perrn«, vor rund 270 Millionen Jahren, sammelten sich am Fuße der Gebirge stellenweise abgetragene Trümmergesteine, die wir heute in den Senken bei Wittlich und Malmedy am Venn als fest verbackene Konglomerate aus Gesteinsbruchstücken bewundern können; da sie zwar noch aus dem Erdaltertum stammen, aber nicht mehr oder kaum noch gefaltet sind, zählt man sie nicht mehr zum Grundgebirge.
Mit dem Einsinken einer langen Delle, quer durch die Eifel von Norden nach Süden, ist die Entstehung und Faltung des Eifeler Grundgebirges abgeschlossen. Das nun folgende Mittelalter (von vor 225 bis vor 65 Millionen Jahren) ist für den größten Teil der Eifel eine Zeit der Abtragung und Verebnung, die eine »Schichtlücke« hinterlässt. An ihrem Ende steht ein ausgedehnter Sockel, der die Basis für die heutigen Hochflächen der West- und Osteifel bildet. Voneinander getrennt werden sie durch die Kalkmulden und -rücken aus der mitteldevonischen »Südsee«-Zeit, die nicht so widerstandsfähig waren, sich aber in der etwas geschützteren Nord-Süd-Senke besser dem Zahn der Zeit widersetzen konnten.

 

Die Deckgebirge

Aus der gesamten 160 Millionen Jahre während Phase des Erdmittelalters finden wir heute in größerem Umfang nur in zwei Gebieten der Eifel Gesteine: im Südwesten, im Bitburger Gutland und im Norden in der Mechernicher Voreifel.
Ähnlich des Rotliegenden-Konglomeraten bei Wittlich und Malmedy entstanden zu Beginn des Erdmittelalters vor allem am Nord- und Südrand der mittleren Senkungszone (bei Trier und bei Nideggen) hauptsächlich aus Flussaufschüttungen geröllhaltige Schuttmassen, die – oft zusammen mit Buntsandsteinen – zu festen Konglomeraten zusammengepappt wurden (im Raum Mechernich enthalten sie außerdem noch Erze in sich, die die Grundlage des dortigen Bleierzbergbaus bilden).
Von Südwesten und Norden her drang zu Beginn des Erdmittelalters – in der sogenannten Buntsandstein-Zeit – das »Buntsandstein-Meer« in die Eifel ein, buchtförmig im Bitburger Land, wie ein dreieckiger Keil bei Mechernich; die landeinwärtige Eifeler Nord-Süd-Senke dazwischen war zeitweise eine verzweigte Meeresstraße, mit Inseln und Bänken, Schwellen und Tiefen. Im damaligen Küstegebiet finden wir heute die mächtigen Buntsandsteinformationen des Kylltals bei Kordel und in der Kyllburger Waldeifel, die dort Sandsteinplateaus und Kastenberge bilden.
Von diesem Punkt des weitesten Vordringens an, zog sich das Meer wieder phasenweise nach Süden und Norden zurück. In seinen flachen Randbereichen lagerte es vor etwa 210 Millionen Jahren – in der »Muschelkalk«-Zeit – kalkhaltige Sedimente mit Fossilien und Muscheln ab; sie überdeckten wie eine flache Schüssel die in der Trierer Bucht drunterliegenden älteren Buntsandsteinsedimente und bilden heute die Kalkhochflächen des Bitburger Gutlandes mit seinen guten Böden aus Kalksandsteinen, Mergeln und Dolomiten. Die kalkhaltigen Hügellandschaften und Iversheim und Wollersheim, wo die Mechernicher Voreifel in die Zülpicher Börde übergeht, stammen ebenso aus jener Zeit.
In der anschließenden Periode des sogenannten »Keupers« zog sich das Meer noch weiter aus der Trierer Bucht zurück, kalkige und tonige Sedimente hinterlassend, die in unserer Zeit eine weitere Schichtstufe aus Tonsteinen, Mergeln, Dolomiten und Gipsen im Südwesten des Bitburger Landes formierten.
Die letzte dieser erdmittelalterlichen Rückzugsphasen aus der Trierer Bucht vor 175 bis 195 Millionen Jahren lagerte die Bänke des Luxemburger Sandsteines ab, der die imposanten Bastionen des Plateaus um Ferschweiler aufbaute.
So bietet sich heute die damalige Trierer Bucht dem Betrachters als eine ausgedehnte »Schüssellandschaft« dar: jede Phase des Sedimentation bildet eine große, in Südwest-Nordost-Richtung ovale Flachschüssel, auf der die nächstfolgende Phase eine Schüssel mit etwas kleinerem Durchmesser hinterlassen hat; die letzte, höchste und kleinste Schüssel in der Mitte ist das Ferschweiler Plateau; die Schüsselränder bilden markante Schichtstufen in der Landschaft.
Aus der ganzen folgenden Schlussperiode des Erdmittelalters – von vor 175 bis 60 Millionen Jahren – finden wir, wie bereits erwähnt, kaum Gesteine in der Eifel; lediglich die kleineren Berge um Aachen herum aus Sanden und Mergeln Stammen aus dieser Zeit (wobei der Teufel selbst kräftig mitgeholfen haben soll, wie aus gewöhnlich gut informierten Aachener Sagenerählerkreisen berichtet wird).

 

Das Finale

Die Erdneuzeit begann vor 65 Millionen Jahren mit der Epoche des Tertiäres (64 - 1,8 Millionen Jahre); in dessen zweiten Hälfte – vor rund 35 Millionen Jahren – sollten entscheidende Dinge in der Eifel vor sich gehen ...
Als Gesteinsgeneration aus jener Zeit finden wir zunächst einige wenige lockere Rest von Kiesen, Sanden und Tonen, die sich am Südwestrand des Neuwieder Beckens und in der Gegend von Speicher bei Bitburg erhalten haben, wo sie die Grundlage für die dortige Tonindustrie darstellen. Gewaltigeres vollzog sich in jenen Tagen im Süden: die Alpen wurden zu einem Hochgebirge aufgefaltet, und im Gefolge dieser gigantischen Krustenbewegung brach der ausgedehnte Festlandssockel von Ardennen und deutschem Mittelgebirge auseinander zu den Blöcken, die wir heute kennen – Hunsrück, Westerwald, Eifel etc., Grabenbrüche und Vulkanismus machten die Begleitmusik dazu ...
Dabei hat man sich die Eifel vor rund 30 Millionen Jahren etwa folgendermaßen vorzustellen: eine weite abgetragene Rumpffläche, über die einzelne widerstandsfähigere Quarzithöhenzüge herausragen (die Schneifel, der Rücken des Weißen Steins und das Hohe Venn im Nordwesten und die Hocheifel um Adenau – noch ohne Vulkane – im Nordosten).
Weiter im Norden, vor Köln und Aachen, liegt die Küste zum Nordmeer, und wo heute die Braunkohlebagger schaufeln, dehnten sich küstennahe Torfmoore aus. Ein »Ur-Eifel«-Strom floss in der uns schon bekannten Nord-Süd-Delle zum Nordmeer quer durch die Eifel nach Norden (!), etwa auf der Linie Trier-Manderscheid-Euskirchen, um dort in die Kölner Bucht zu münden.
Nun kam Bewegung in diese Rumpffläche: Das Neuwieder Bekken begann sich langsam zu senken, in geringerem Maße die Zone von Wittlich bis Trier. Wie an vielen Schwächestellen des Deutschen Mittelgebirges (z.B. im Vogelsberg) brachen auch in der Hocheifel Vulkane aus und bildeten gewaltige Basaltkegel aus den ausgeworfenen Magmen; Ringwälle wurden und die Schlote herum aufgeschüttet und hie und da von Lavaströmen seitlich durchbrochen; das Land ringsherum von herab rieselnden Aschen bedeckt. Die auswurfringwälle und aus der Asche verfestigten Tuffe sind mittlerweile wieder abgetragen, übrig geblieben sind bis dato die härteren alten Schlotfüllungen, die wie Zahnwurzeln tief ins Erdinnere herabreichen. Die höchste Erhebung der Eifel, die Hohe Acht mit 747 m, und ihre etwas niedrigeren Kompagnons wie die Nürburg oder der Hochkelberg sind Vulkane dieser Generation.
Damals muss es zugegangen sein wie in den biblischen Prophezeiungen des Weltendes: viele Flüsse der Eifel kehrten ihre Laufrichtung um, sie flossen fortan nach Süden, die »Ur«-Mosel entstand. Sie bewegte sich durch die Wittlicher Senke Richtung Neuwied und von dort aus nach Südosten in die oberrheinische Meeresbucht. Das Moselsystem war entstanden. Etwas später gabelte sich die Mosel in der Gegend von Schweich, ein Arm floss weiter in der gewohnten Bahn über Wittlich, ein anderer suchte sich ein neues Bett dort, wo wir es heute kennen.
Anschließend – vor ca. 7 Millionen Jahren – begann die Nordeifel sich zu heben. die Kölner Bucht blieb zurück. Am Hebungsrand bildete sich so allmählich der markante Anstieg zur Nordeifel mit seinen waldbedeckten Hängen bei Münstereifel, Rheinbach und den Vennausläufern. Die Nordflüsse gruben sich rückschreitend immer weiter und tiefer in die eigentlichen Eifeler Hochflächen ein. Großvater Rhein hatte endlich seinen Durchbruch nach Norden geschafft; die Ahr floss ihm seitlich zu, in ihrem Unterlauf ein bizarr romantisches Tal einfräsend. Die Rur grub zusammen mit ihren Nebenflüssen tiefe Talschlingen mit breiten Talboden, steilen Wänden und gelegentlichen Engpässen aus, an denen der Mensch später mit wenig Damm einen hohen Staueffekt erzielen konnte.
Durch das Ansteigen der Nordeifel – das übrigens bis auf den heutigen Tag anhält – und das Absinken des Moseltroges ergab sich vor rund 1,5 Millionen Jahren das heutige Flusssystem der Eifel mit einer Wasserscheide, die relativ weit nördlich liegt, und vielen langen Flüssen (Our, Prüm, Nims; Kyll, Salm, Lieser, Üß u.v.a.), die südwärts in die Mosel münden. Ähnlich wie die Ruhr im Norden, so fraßen auch sie sich rückwärts schreitend in tiefen Tälern in die Hochflächen von West-, Mosel- und Voreifel ein. Am deutlichen Südabfall des Isleks zum Bitburger Gutland hin schufen sie günstige Stauseevoraussetzungen (für die Ourtalsperre bei Vianden/Lux. und die Prümtalsperre bei Biersdorf).
Die Mosel ihrerseits füllte noch mit mächtigen Schottern die Wittlicher Senke auf, umfloss in wilden Schlingen und Mäandern die heutigen Moselberge, Terrassen und heute trockene höhere Seitentäler zurücklassend, bevor sie endgültig ihren Wittlicher Arm aufgab und sich ihr heutiges tieferes Bett zurechtmachte. Auch der Rhein hinterlässt und von früheren Talsohlen heute höhergelegene Terrassen.
So entstand am östlichen Abhang der Eifel zum Rheintal hin eine wirre vulkanische Landschaft mit Kuppen und Hütchen, dem Laacher See in einem Krater und den Thermalquellen des Brohltals. Vulkanische Asche rieselte auch hier über die ganze Umgebung nieder und bedeckt sie noch heute als verfestigter Tuff meterhoch, der als weißer Bims und Trass abgebaut wird.
Die letzte Runde vulkanischer Aktivitäten hinterließ und zwei Sorten von Souvenirs in der West- und Zentraleifel: an einer Schwächezone, die von Nordwest nach Südost verlief, brachen eine Reihe weitere Vulkane aus, vom Goldberg bei Ormont, nördlich von Prüm, über den Kalem bei Birresborn bis hin zum Komplex des Mosenberges bei Manderscheid. Ihre Auswürfe von glühenden Lavafetzen erkalteten im Fluge oder beim Aufprall und bildeten hohe Schlackekegel zusammen mit der ringsherum niederschneienden Asche, die sich auch hier zu Tuff verfestigte. Am Windsborn auf dem Mosenberg kann man einen solchen Kegelwall auf festgebackenen Gesteinstrümmern und Schlackenbrocken bewundern.
Aus einer anderen Variante dieser Ausbruchreihe entstanden zur gleichen Zeit die Maare. Dort, wo Hunderte von Metern unter den der Erdoberfläche Grund- oder Oberflächenwasser mit glühender Magma zusammentraf, kam es zu Wasserdampfexplosionen, die an Schwachstellen wie aus Ventilen nach oben schossen; dabei rissen sie in ihrer Wusch Gesteinstrümmer mit nach oben, es floss aber keine Lava mehr aus. So entstanden mangels Auswurfmasse keine hohen Vulkankegel, sondern lediglich niedrigere Trümmerwälle um die Explosionstrichter. Das Gasventil verstopfte rasch, den Trichter füllte sich mit Oberflächenwasser, das keinen Abfluss fand, und so sind die Maare (vom lat. mare = Meer) wie Augen in die Oberfläche der Eifel eingelassen. Sie stellen also lediglich eine andere zusätzliche Eruptionsform der letzten Vulkane dar, nicht aber ihr Abklingen; die jüngsten Maare sind erst um die 10.000 Jahre alt.
Doch keine Bange! die Kohlensäure, die in der Vulkaneifel und im Laacher Gebiet austritt, ist der letzte Hauch der Vulkane; sie zeigt das die Magma unter der Kruste kühler geworden ist.

 
(Auszug aus dem Buch »Die Eifel« von Arne Houben und Dietmar Mirkes, erschienen im Bachem Verlag, 2. Auflage 1992)

Geschichte


Die Geschichte der Eifel ist die Geschichte eines abhängigen Landes. Die großen Entscheidungen, die Kriege, aber auch die Friedensschlüsse wirkten von außen auf diese Landschaft, die nie zu einer politischen, selbstständigen Einheit fand. Ob die Römer das Gebiet ihrem Imperium eingliederten, ob im Mittelalter das Christentum den Rändern her ins Gebirge getragen wurde, ob die Kurfürsten von Trier und Köln sich um ihre Eifelbesetzungen schlugen, ob schließlich französische Revolutionstruppen die Aufhebung der Leibeigenschaft und die persönliche Freiheit brachten - im Guten wie im Bösen waren die Eifeler stets Objekte. Die Entscheidungen wurden außerhalb gefällt, in Rom oder Aachen, in Trier oder Köln, in Jülich oder Luxemburg, in Paris oder Berlin. Dennoch hat die Landschaft Eifel im Bewusstsein ihrer Bewohner und auch in der Vorstellung der Aachener, Kölner oder Moselaner eine Identität und bildet eine Einheit. Ohne eine Region zu sein, stellt sie einen geschlossenen Landschaftsraum dar, dessen Geschichte - und die seiner Bewohner - wir hier in groben Zügen umreißen wollen.
 

Jäger und Sammler - die Vertreibung aus dem Paradies

Wer der erste Eifeler war, wissen wir nicht. Schon vor 100.000 Jahren lebten Jägergruppen der Neandertaler im Eifelraum, wie wir aus Werkzeugfunden in einigen Höhlen schließen können. Ob vielleicht auch die Verwandten des viel älteren Homo Heidelbergensis oder der Steinheimer Menschen hier in der Eifel jagten, verliert sich im Dunkeln der Urgeschichte. Sicher ist aber, dass dann vor etwa 30.000 Jahren ein neuer Menschentyp in unserem Land auftauchte, der sich über alle fünf Kontinente ausbreitete und als direkter Vorfahre der heutigen Menschenrasse gilt. Benannt nach den Bewohnern eines Felsüberhangs (»Cro-Magnon«) bei Les Eyeries in der Dordogne. Cro-Magnon ist zum Überbegriff für die modernen Menschen der letzten Eiszeit geworden, die sich biologisch nicht mehr von uns unterscheiden, aber den Ackerbau noch nicht kannten. 
Die Jäger- und Sammlerkultur unserer Vorfahren hat auch in der Eifel Spuren hinterlassen, vor allem Feuersteingeräte, die in den Höhlen der Kalkeifel gefunden wurden. Eigentlich ist es erstaunlich, dass von dem Lenen jener Menschengruppe vor 25.000 Jahren überhaupt etwas erhalten geblieben ist. Aus Funden in ganz Europa können wir uns ein ziemlich farbiges Bild jener Tage der letzten Eiszeit machen. Es zeigt uns Jägergruppen die teils in Höhlen, teils in Zelten lebten, die Rentiere und Hirsche jagten, aber auch Füchse und Vögel, Fische und Krebse. Sie hatten ein ganzes Arsenal von Jagdwaffen und Feuersteingeräten: Speere und Keulen, Messer, Schaber und Bohrer. Auch Knochen und Elfenbein wurden von ihnen zu Werkzeugen und Kultgegenständen verarbeitet, oft reichlich mit Ornamenten und Verziehrungen versehen. Dei Cro-Magnon-Menschen wussten sich zu kleiden und zu schmücken. Sie begruben mit Ehrfurcht die Toten, wahrscheinlich gab es bei ihnen eine Art Schamanenkultur, oft wurden auch üppige Fruchtbarkeitsgöttinen verehrt. In den Höhlenmalereien haben sie uns eine Kunst überliefert, die an Ausdruckskraft mit den Schöpfungen unserer Zeit durchaus konkurrieren kann. Sie waren Menschen wie wir, aber Jäger und Sammler, die mit der Natur lebten, die sich ihr anpassten. Viele Jahrtausende haben sie auch in der Eifel gelebt und es war als wohl trotz der Klimaschwankungen der ausklingenden Eiszeit ein glückliches Leben. Nach allem, was wir über die Reste von Jägerkulturen vor der Berührung mit unserer Zivilisation wissen etwa von Eskimos oder den Sibirischen Urvölkern, lebten sie gelassener und fröhlicher als Mythos vom Paradies. Es waren nicht viele Menschen, die die Natur als Jäger und Sammler ernähren konnte und die damals im Rhythmus der Jahreszeiten durch das Eifelgebiet zogen. Etwa vor 12.000 Jahren ging dann diese Idylle zu Ende. Ziemlich plötzlich änderte sich auf der Welt das Klima, die Gletscher zogen sich zurück, die Eiszeit war vorbei. Und dieses, uns so positiv erscheinende Ereignis bedeutete das Ende der Jägerkulturen in Mittel- und Westeuropa. Mit dem Eis zog auch die Tundra nach Norden und mit ihr die großen Rentierherden. Das Wild wurde seltener, der Wald dichter und feuchter. Ein Teil der Jägerstämme wird versucht haben, den Tieren zu folgen. Die übrigen mussten sich auf Kleintiere, Muscheln und Pflanzen umstellen. Nach dem Funden zu urteilen, sank die Kultur deutlich ab. Die Eifeler unter den Jägern wurden mit besonderen Paukenschlägen aus ihrem Paradies vertrieben. In jene Zeit fallen die gewaltigen Eruptionen der Eifelmaare, die wie vorzeitliche Suoer-Gaus die Landschaft mit giftigen Gasen überwehten und alles Leben unter glühender Asche erstickten. In den folgenden 2.000 Jahren kam es immer wieder zu Eruptionen, dann hatte die Eifel Ruhe. Von dieser Zeit an drangen wieder kleiner Gruppen von Jägern und Sammlern in unser Gebiet vor, die unter den nicht mehr so günstigen Lebensbedingungen ihre Fertigkeiten und Techniken. 
 

Friedliche Bauern – das goldene Zeitalter

Der gewaltige Umbruch in der Lebensweise, der zumindest den Randlandschaften der Eifel ein neues Gesicht gab, kam aus der Fremde. Etwa zu der Zeit, als in Europa die Jägerkulturen untergingen, hatten im Nahen Osten die Menschen den Ackerbau erfunden. Vielleicht waren es ähnliche Ursachen, die dort zum Sammeln von Wildweizenkörnern und schließlich zu Saat und Ernte führten. Jedenfalls entstanden im vorderen Orient die ersten Bauerndörfer. Die Bevölkerung wuchs und Kolonisten suchten neues Land. Etwa im Jahr 6000 v. Chr. Überschritten sie den Bosporus und erreichten gut 1.000 Jahre später unseren Raum. Ohne besondere Schwierigkeiten scheinen sie mit den Jägern und Sammlern ausgekommen zu sein, die durch die Wälder Mitteleuropas streiften. Teilweise haben sie sich vermischt, was aus Werkzeugfunden zu ersehen ist. Vor allem wird die Friedlichkeit der Situation durch die offene Bauart der Bauerndörfer etwa 4500 v. Chr. klar, die sich weder durch Wälle noch durch Palisaden schützen mussten. Nur ein Viehzaun umgab das Dorf. Das sollte noch Jahrtausende so bleiben. Die Jungsteinzeit in unserem Raum (ca. 4500-1800 v. Chr.) ist die Zeit der friedlichen Bauernsiedlungen. In der Eifel waren hauptsächlich die Tallagen der Flüsse und die fruchtbaren Randgebiete besiedelt wie Bitburger Gutland, Wittlicher Senke, Maifeld und Zülpicher Börde. Die Menschen betrieben neben Ackerbau und Viehzucht. Möglicherweise gaben sie im Wechsel ihre Siedlungen auf, wenn der Boden erschöpft war. Aber es war eine Zeit des Friedens und des ruhigen Bauernlebens, in der Erinnerung der alten Griechen das goldene Zeitalter ohne Mühe und Leid. Diese Bauernvölker haben in weiten Teilen Europas die Riesensteingräber und andere Megalithbauten hervorgebracht. Drei Menhire auf dem Ferschweiler Plateau sind der letzte Rest der Religionsvorstellung jener Jungsteinzeit – Bauern auf unserem Gebiet. Mit dem Aufkommen des Metalls änderte sich allmählich die Lebenssituation der Menschen. Glockenbecherleute, benannt nach der Form ihrer Keramik, siedelten zwischen den Bauerndörfern und gingen dann in der Bevölkerung auf. Mit in die Beziehung brachten sie ihr eigenes Wissen um die Metallbearbeitung von Kupfer, Gold und Bronze. Ein neues Zeitalter brach an.
 

Krieger und Fürsten – die Kelten kommen

Nach verschiedenen kulturellen Einflüssen war es dann mit dem Frieden endgültig vorbei, als um 1200 v. Chr. Die Urnenfelderleute in die Eifel eindrangen. Die Dietzenley bei Gerolstein diente zum ersten Mal als Fluchtburg. Die neue Kultur wurde wahrscheinlich von einer urkeltischen Bevölkerung getragen, die kriegerischer und politisch dynamischer war als die eingesessenen Bauern. Nun wurden auch die inneren Bereiche der Eifel besiedelt. Aus der Mischung der Völker entwickelten sich die Kelten, die für ein Jahrtausend bestimmend für unseren Raum wurden. Die keltische Kultur formte sich in zwei Stufen, die nach Fundstätten im Alpenraum Hallstatt und La Thène genannt werden und in etwas modifizierter Form auch in der Eifel vorkommen. Die Bodenfunde machen deutlich, dass es zu Beginn der jüngeren Periode zu sozialen Schichtungen gekommen war. Eine Adelsklasse hatte sich aus der Masse des Volkes herausgehoben und ließ sich gewaltige Fürstengräber errichten. Aus nicht geklärten Gründen begaben sich um etwa 400 v, Chr. Große Teile der keltischen Bevölkerung auf kriegerische Wanderschaft, eroberten Norditalien und besetzten sogar sieben Monate Rom. Eine andere Gruppe zog auf den Balkan und bis nach Kleinasien (Galater). Die Funde zeigen einen starken Rückgang der Besiedlung in unserem Gebiet. Die Restbevölkerung wuchs später wieder an und bildete in der südlichen Eifel, vermischt mit germanischen Elementen, den Stamm der Treverer. Im Norden lebten die keltischen Eburonen, möglicherweise auch mit Germanen vermischt. Diesen Stämmen standen die Römer bei der Eroberung Galliens in der Eifel gegenüber, und damit trat unser Raum von der Vorgeschichte in die Geschichte ein. Der Feldherr selbst Gaius Julius Cäsar, überlieferte uns in »de bello gallico« (»Über den gallischen Krieg«) eine Menge seiner Eindrücke von den Treverern, ihrer Lebensweise und Kultur. Danach bestand die Gesellschaft dieses Volkes aus drei Klassen: Den Adligen, der breiten Masse und den rechtlosen Sklaven, die Ambacten genannt wurden. Die Treverer lebten oft in Einzelhöfen, aber es gab auch größere Dorfsiedlungen. Daneben existierten zwei arten von Befestigungen: Burganlagen von weinigen Hektar Innenfläche, die dicht besiedelt waren, und größere, stadtähnliche Festungsanlagen, die als Oppida im gallischen Krieg eine wichtige Rolle spielten. Schon vor der römischen Eroberung gab es dort Handwerkertum und z. B. Münzprägungen. In der Eifel hat man solch ein Oppidum nicht gefunden, denn auch für die Treverer war sie ein Randgebiet. Nördlich des Eifelkammes lebten bis zur römischen Eroberung die Eburonen. Sie werten  sich besonders heftig gegen die römische Invasion und wurden 51 v. Chr. Von Cäsar vernichtend geschlagen. In ihrem Gebiet siedelte er die germanischen Ubier an, die während des Krieges auf seiner Seite gestanden hatten. 
 

Pax romana – ein paar hundert Jahre Frieden

Die Eifel war römisch geworden, und nach einigen vergeblichen Versuchen, die Herrschaft wieder abzuschütteln, fügten sich die keltischen und zum Teil auch die germanischen Eifeler in ihre Rolle als römische Provinzler. Sie erkannten die Vorteile, die die überlegene Kultur und Wirtschaft ihnen brachte, und assimilierten  sich ziemlich rasch. Sie nahmen Sprache und Sitten an und wurden zum Teil römische Vollbürger. Für die Eifel begann eine Zeit des Friedens und der wirtschaftlichen Entwicklung, etwa 500 Jahre gehörte unser Raum zum römischen Reich. Die 200 Jahre völligen Friedens nach den letzten Bataveraufständen (70 n. Chr.) wurde eine Blütezeit der Eifel. Von einem erstaunlich engmaschigen Straßennetz durchzogen und dicht bevölkert, entwickelte sich das Land. Die römischen Landgüter, »villa« genannt, lagen nur einen Kilometer auseinander und hatten einen hohen landwirtschaftlichen Standard mit speziellem Saatgut, Düngemittel und sogar Mähmaschinen. An den Straßenkreuzungen entstanden Raststationen und Handwerderdörfer, die Eisen-, Blei- und Steinindustrie der Eifel blühte auf. Der Kurbetrieb an den Thermal und Mineralquellen begann, unzählige Tempel und Heiligtümer zeugen von der Verehrung diverser heimischer und fremder Gottheiten. Wieder war die Eifel nur Randgebiet und von Verwaltungsgrenzen durchschnitten. Trier, Köln und Mainz hießen die Hauptstädte der Provinzen. Aber die einheitliche Zugehörigkeit zum römischen Reich, der innere Frieden und die günstige wirtschaftliche Situation verhalfen unserem Land zu einer glücklichen Zeit. 
Einen ersten Rückschlag brachten die Germaneneinfälle um 260 n. Chr. Viele Villen, aber auch größere Ansiedlungen wurden zerstört. Von nun an befestigten die Bewohner Gutshöfe und Straßenstationen, Bitburg und Jünkerath erhielten ihren Mauerring. Noch einige Generationen lang hielt die »pax romana«, der römischen Reichsfrieden. In den großen Städten hatte das Christentum Fuß gefasst, seit 391 war es Staatsreligion. Aber das Leben wurde immer unsicherer. Häufiger brachen räuberische Germanengruppen ins Reichsgebiet und auch in die Eifel ein. Wohlhabende Bürger begannen, sich in sichere Gegenden zurückzuziehen. Als dann im 5. Jahrhundert der Frankensturm über die römische Eifel flutete, flüchteten  große Teile der Bevölkerung nach Süden oder in die Städte. Einige Jahrzehnte noch konnten sich di egut befestigten Metropolen Trier und Köln halten, dann ging auch dort das römische Reich zu Ende. 
 

Germanenzüge und Frankenherrschaft

Der Sturm der Germanen ging nicht nur über die Eifel hinweg. Die »Völkerwanderung«, wie diese Folge von Raub-, Plünderungs- und Eroberungszügen stark verharmlosend bei uns genannt wird, flutete über das ganze untergehende weströmische Reich. Es entstanden eine Reihe germanischer Staaten auf römischem Gebiet, deren dünne Oberschicht sich aber auf Dauer nicht halten konnte. Nur die Franken schafften es, die durch die Verschmelzung mit der galloromanischen Bevölkerung ein stabiles Staatswesen zu gründen. Dabei half ihnen, dass sie sich zum römischen, katholischen Glauben bekehren ließen und nicht wie z. B. die Goten ihr arianisches Christentum mitbrachten. Für die Eifel allerdings waren die ersten Jahrhunderte des Frankenreiches eine Zeit des Niedergangs. Weite Landstriche verödeten, die römischen Villen, soweit nicht zerstört, verfielen. Die großen Städte am Rande, Trier und Köln, waren nach x-fachen Plünderungen nur noch ein Schatten ihrer selbst. Auch das Christentum, schließlich schon einmal Staatsreligion in der römischen Eifel, wurde zurückgedrängt. In einigen Gegenden, vor allem im Moseltal, hielten sich aber auch galloromanischer Bevölkerungsteile. Dort wurde bis ins hohe Mittelalter ein romanischer Dialekt gesprochen. In den besten Lagern der Eifelkalkmulden und in fruchtbaren Talzonen siedelten sich die Franken
in kleineren Dörfern an. Sie bauten ihre Häuser nicht aus Stein wie die Römer, sondern errichteten die Wände aus Holz und Weideflechtwerk, das sie mit Lehm verputzen. Ihre Toten bestatteten sie in Reihengräbern und gaben ihnen zur Durchsetzung des Christentums Waffen und Schmuck mit ins Grab. Im Laufe der Jahrhunderte wuchs die Bevölkerung der Eifel wieder an und neue Dörfer entstanden. Verwaltungsgliederung in fränkischer Zeit waren die Gaue, wie z.B. der Ahrgau, der Mayengau und der Bitgau. Eifelgau hieß damals der zentrale Bereich unseres Gebietes, und hier tauchte zum ersten Mal der Name auf, der heute für den gesamten Bereich üblich ist: die Eifel.
 

Karolinger – neue Macht und Nachhall alter Größe

Höhepunkt des fränkischen Reiches war die Zeit der Karolinger. Die Ausdehnung nach Osten führte dazu, dass die Eifel von ihrer Randlage wieder mehr in den Kernbereich des Herrschaftsgebietes rückte. Dazu kam, dass die Karolinger nicht wie ihre Vorgänger, die Merowinger, in Paris residierten, sondern hauptsächlich von Aachen aus regierten. Dort nahm vor allem Karl der Große kulturelle und politische Konzeptionen des römischen Reiches wieder auf und ließ sich zum Kaiser krönen. »Karolingische Renaissance« heißt diese erste Rückwendung Zentraleuropas zur Antike. Die Kaiserbauten in Aachen sind deutliche Zeugen jenes Versuches, antike Größe im fränkischen reich wieder aufleben zu lassen. Die Eifel lag für die Herrscher jetzt vor der Haustür. Sie wurde bevorzugtes Jagdrevier er Karolinger, die auch mehr und mehr Hofgüter dort erwarben. Vollendet ist zurzeit Karl des Großen die Christianisierung der Eifel. Am Westrand waren 648 Klöster Stablo-Malmedy und 698 Echternach gegründet worden. Von hier kämpfte der heilige Willibord das fränkische Heidentum nieder. 721 wurde die Abtei Prüm gestiftet, die erste und für lange Zeit einzige Klostergründung in der inneren Eifel. Kornelimünster 871 und Münstereifel 830 lagen schon wieder am Rande des Gebirges. Die Karolinger statteten die Klöster mit umfangreichen Ländereien aus und da die Bevölkerung bei solchen Schenkungen gleich mitvergeben wurde, sicherten sie langfristig deren Existenz. In dieser Zeit, in der selbst der Kaiser nicht lesen und schreiben konnte, bewahrten die Klöster die Reste antiker Kultur.
 

Die deutsche Eifel

843 brach das fränkische Reich auseinander, Frankreich und Deutschland wurden seine Nachfolger. Die Eifel gehörte kurz zu Lothringen, kam aber dann mit diesem ostfränkischen, zum deutschen Reich. Innenpolitisch entwickelte sich damals das Lehnssystem, die Vergabe von Ländereien als Gegenleistung für die Dienste am König. Auf dem Lande wurden aus freien Bauern mehr und mehr Leibeigene und Hörige, deren Arbeitskraft und Abgaben die wirtschaftliche Grundlage des Feudalsystems bildeten. Die Geldwirtschaft, die das Ende des römischen Imperiums deutlich überlebt hatte, war in der Eifel inzwischen erloschen, der Tauschhandel wurde wieder das übliche Geschäft.
Die Städte hatten an Bedeutung verloren, Landwirtschaft, Großgrundbesitz und Naturalwirtschaft bestimmten die Ökonomie. In der Eifel hatte das Lehnsystem eine starke Aufsplitterung des Besitzes und damit der politischen Strukturen zur Folge. Kleine und kleinste Grafschaften und Edelherrschaften, Klöster und Kirchengüter, Herzog- und Kurfürstentümer beherrschten, oft in kompliziert verschachtelten Abhängigkeiten, das Land und die Leute. Gerade im Inneren der Eifel konnten sich auch kleinere Dynastien langen ihre Freiheit bewahren, bis sie schließlich doch von einem der großen Vier geschluckt wurden: Den Herzögen von Jülich und Luxemburg, den Erzbischöfen von Trier und Köln, die das Eifelterritorium fast ganz unter sich aufteilen. Wichtigste Ausnahmen waren die Aremberger und Manderscheid- Blankenheimer, die bis zum Ende des Feudalismus ihren Besitz wahren konnten. 
Im hohen Mittelalter wurden die Eifeler auch die weniger fruchtbaren Landesteile erschlossen, die höher lagen und schlechtere Böden hatten. Durch Rodung entstanden viele neue Siedlungen, deren Namen oft die Endungen –roth, –rath, -berg, -scheid, -holz, -bach oder –born tragen. Auch einige neue Kloster wurden gegründet. Trotz dauernden Fehden der verschieden en Territorialherrscher ging es dem Land in der Zeit der Naturalwirtschaft bis zum Ende des Hochmittelalters verhältnismäßig gut. Das Spätmittelalter war eine Zeit der Widersprüche und des beginnenden Umbruchs der Eifel. So gewannen die Städte wieder an Bedeutung, der Handel begann aufs Neue mit der Geldwirtschaft, was überall zu einer Produktionssteigerung führte. Gerbereien und Wollmanufakturen blühten in der Eifel auf. In den Tälern, wo Erz, Holzkohle und Wasserkraft nah beieinander lagen, nahmen Eisen- und Bleiindustrie einen gewaltigen Aufschwung. Auch die Mühlstein- und Keramikproduktion belebte sich. Nur di an die Naturalwirtschaft gewohnte Landwirtschaft geriet ins Hintertreffen. Die Rodungen wurden eingestellt, eine Reihe von Dörfern wieder aufgegeben. Das Spätmittelalter war aber auch die Zeit der Pest, des schwarzen Todes, der um 1350 etwa ein Drittel der Eifelbevölkerung dahinraffte. Es war die Zeit des Aberglaubens und der Irrlehren, der Judenpogrome (weil sie an der Pest schuld sein sollten) und des Verfalles der kirchlichen Autorität, weil in Avignon und Rom je ein Papst das sagen haben wollte. Doch während noch religiöse Fanatiker sich geißelnd durch die Straßen liefen, erfand Johannes Gutenberg in Mainz den Buchdruck und ein gewisser Christoph Kolumbus machte sich auf den Seeweg nach Indien über den Atlantik zu suchen.
 

Zeitwende – und Kriege über Kriege
Mit der Entdeckung Amerikas und der Reformation begann eine neue Zeit. Fast wäre auch die halbe Eifel protestantisch geworden denn 1582 trat ausgerechnet der Kölner Erzbischof und Kurfürst zur neuen Lehre über und wollte dann nicht abtreten. Hätte er sich durchgesetzt, seine kur-kölnischen Untertanen hätten ihm folgen müssen. Aber im nun aufflammenden Bistumskrieg wurde der konvertierte Erzbischof vertrieben. Auch in Jülich stand die Sachen auf der Kippe, da Herzog Wolfgang Wilhelm erst ein Jahr vor seinem Amtsantritt 1613 vom lutherischen zum katholischen Glauben wechselte, dann 1614 die Protestanten vertrieb und die Gegenreformation förderte. Kleinere protestantische Bereiche, wie z.B. Kronenburg, wurden mehr oder weniger sanft zur alten Lehre zurückgeführt. Doch die konfessionelle Geschlossenheit nutzte der Eifel bei den nun ausbrechenden kriegerischen Auseinandersetzungen der Fürsten der verschiedenen Glaubensrichtungen nicht viel. Zwar wurden hier keine großen Schlachten geschlagen, aber die Besetzungen und Einquartierungen saugten die Bevölkerung bis aufs Blut aus. Brandschatzungen, Plünderungen und Zerstörungen waren der Kriegsalltag für die Zivilisten. Von 1618 bis 1648 dauerte der 30-jährige Krieg, 1672 bis 1678 folgte der holländische Krieg, 1684 bis 1697 die französischen Raubkriege Ludwigs XIV. Von 1701 bis 1714 hatten die Eifeler unter dem spanischen Erbfolgekrieg zu leiden, danach unter dem Streit um die polnische Krone und die österreichische Erbfolge. Seuchen und Hungersnöte kamen hinzu und als hätte das alles nicht genügt, sorgten die Hexenprozesse für weitere Dezimierung der Bevölkerung. Schon früh hatte die christliche Kirche bei theologischen Streitigkeiten Umgangsformen entwickelt, die nicht sehr viel mit den Idealen des neuen Testamentes zu tun hatten. Es war noch in römischer Zeit, als 358 Priscillian, Bischof von Avila (Spanien), in Trier als erster Häretiker (Abweichler) enthauptet wurde. Im Mittelalter sorgte dann die Inquisition dafür, dass das Schwert der weltlichen Macht nicht nur gegen die »bösen Heiden«, sondern auch gegen die Ketzer in den eigenen Reihen nicht ruhte. Von der Scholastik wurde auch die Hexerei als Glaubensabweichung (Teufelsbund) und Ketzerei definiert und fiel damit unter den Aufgabenbereich der Inquisition. Breite Wirksamkeit bekam diese Erkenntnis durch die »Hexenbulle« des Papstes Innozenz VIII. Und die Ausführungsbestimmungen, die in seinem Auftrag die Kölner Dominikaner Institorius und Sprenger unter dem Namen »Hexenhammer« veröffentlichen (1487). Mit jener sehr detaillierten kirchlichen Anleitung wurde nun erfolgreich die Hexerei bekämpft. Der »Hexenwahn«, wie diese inquisitorische Mordpraxis heute dezent umschrieben wird, war die Eifel weit verbreitet. In Deutschland wurden unter dem Segen der Kirche über eine Million meist weiblicher Opfer aufs grausamste gefoltert und umgebracht.
 

Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – auf französisch

Nach 1750 erlebte die Eifel erst einmal ruhigere Jahre. Landwirtschaft und Industrie entwickelten sich wieder, das Land erholte sich von den Kriegen. Noch war nichts von den revolutionären Erschütterungen zu spüren, die bald von Frankreich ausgehen  würden. Aber der Wind der Veränderung machte sich schon bemerkbar. In den luxemburgischen Landen z.B. wurden die rein kontemplativen (nicht tätigen) Orden vom Landesherren, dem österreichischen Kaiser Joseph II. aufgelöst, während er die Frondienste der Unfreien milderte. 1789 war es dann so weit. Die Bürger von Paris stürmten die Bastille, das politische Gefängnis der Stadt. In ganz Frankreich erhoben sich die Bauern, die königliche Armee löste sich auf, de Adel begann zu fliehen. Auch in einigen Eifelstädten kam es zu Demonstrationen für die Sache der Freiheit, ohne dass sich daraus Konsequenzen ergaben. 1794, nach dem Sieg der Franzosen über die Österreicher in den Niederlanden, marschierten Revolutionstruppen in die Eifel ein, besetzten das linksrheinische Gebiet und unterstellten es französischer Verwaltung. Mit einem Schlag verschwanden die vielen weltlichen und geistlichen Herrschaften, der Feudalismus war abgeschafft. Die Kurfürsten und Herzöge, die Grafen und Edelherren, die Äbte und Prioren flüchteten oder verloren ihre Macht. Alle Frondienste und Zehntgaben wurden abgeschafft, die Leibeigenschaft entfiel. Freiheit, Frieden und Brüderlichkeit sollten auch in der Eifel gelten. Auch wenn das in der Praxis längst nicht so rosig aussah, wurde die Veränderung doch von den meisten positiv gesehen. Durch die entschädigungslose Abschaffung aller feudalen Grundrechte gab es eine echte Bauernbefreiung. Die Eifel kam in den Genuss einer fortschrittlichen Verwaltung – nur als diese dann anfing auch Rekruten für die französische Armee auszuheben, kam es zu Revolten: im »Klöppelskrieg«, einem Volksaufstand, der im herbst 1798 weite Teile der vormals luxemburgischen Westeifel erfasste, wurden über 30 Bauern getötet, 20 der Aufständischen später in Luxemburg hingerichtet. In der Mehrheit aber waren die Eifeler wohl doch mit dem neuen Regime zufrieden, vor allem, weil es in der Franzosenzeit  wirtschaftlich bergauf ging. Außerdem hatte sich der Nationalismus, der für die nächsten 150 Jahre die Beziehungen zwischen Franzosen und Deutschen vergiften sollte, damals noch nicht so verbreitet. Das napoleonische Imperium brach nach dem vergeblichen Eroberungszug gegen Russland zusammen und mit den Befreiungskriegen fand auch die französische Herrschaft in der Eifel ein Ende. 
Die französischen Gesetze, der Code Napoleon, behielt in den linksrheinischen Gebieten bis 1900 seine Gültigkeit. Selbst heute noch ist das Notariatswesen links des Rheins anders aufgebaut als in der übrigen Bundesrepublik, weil seit Napoleon hier Notariate nicht mit einer Rechtsanwaltspraxis verbunden sein dürfen.
 

Die preußische Eifel

Nach langem Hin und Her auf dem Wiener Kongress kam das komplette Rheinland und damit auch die Eifel, an Preußen. Wie die 20 Jahre Zugehörigkeit zu Frankreich, führte auch der Anschluss an den Großraum Preußen zu einer Verbesserung der Infrastruktur. Als unterentwickelte Region im preußischen Staatsverband erhielt sie Unterstützung und Zuschüsse. Zwei Millionen Taler kamen aus Berlin, als 1816 bis 1817 nach einer Missernte Hunger in der Eifel herrschte. Die Landwirtschaft wurde gefördert und vor allem ließ die preußische Verwaltung riesige Ödlandflächen aufforsten. Die Bauern waren damit nicht einverstanden, weil dadurch Weideflächen für die Schafe verloren gingen. Sie nannten die Fichte »preußisches Holz« und versuchten, die Aufforderungen zu sabotieren. Wenn auch diese Monokulten Nachteile mit sich brachten, die Fichtenwälder bildeten in diesem Jahrhundert die Grundlage für eines gewissen Wohlstand vieler Eifelgemeinden. Die preußische Staatsverwaltung sorgte für den Ausbau des Straßennetzes in der Rheinprovinz. Es entstanden unter anderem die Verbindungen Trier – Köln, Aachen – Trier, Bonn – Trier und Koblenz – Aachen. Mit der Wirtschaft ging es anfänglich noch aufwärts, wenn auch der Eisenindustrie die französische Armee als Kunde fehlte. Doch mit der Zeit machten sich die Grenzen im Westen bemerkbar, vor allem die Zollgrenze nach Holland und dem neu entstandenen Belgien wirkten sich aus. Erst später kam die Eisenbahn in die Eifel, 1871 wurde die Strecke Köln – Trier fertig. Viele Schwerindustriebetriebe wanderten damals ab und auch für die Tuch- und Lederindustrie wirkte sich die Verkehrsferne aus. Monschau und Münstereifel verloten ihre Bedeutung an Aachen und Euskirchen. Eine Ausnahme von dieser Tendenz bildeten die Bleibergwerke von Mechernich. Im 19. Jahrhundert nahm die Bevölkerung der Eifel zu, unter anderem, weil das feudalistische Heiratsverbot für Knechte und Mägde durch die französische Revolution aufgehoben worden war.
Landwirtschaft und zurückgehende Industrie konnten die Menschen nicht mehr ernähren. Als Saisonarbeiter, oft aber für immer, wanderten sie ins Ruhrgebiet oder nach Übersee. Ganze Dörfer sind damals nach Amerika gegangen. 1870 wurde die Eifel mal wieder Aufmarsch gebiet. Aber die deutschen Truppen respektierten die Neutralität Belgiens und Luxemburgs und marschierten weiter südlich über die Grenze. Frankreich wurde besiegt und Bismark nutzte die nationale Euphorie zur Gründung des (zweiten) deutschen Kaiserreichs.
 

Mit Glanz und Gloria in die Massengräber

Der nächste Aufmarsch wurde für die Eifel schon folgenreicher. Unter Jubel und Begeisterung der Bevölkerung zogen die deutschen Soldaten durch die Städte. Von der Eifel aus ging es dann mit klingendem Spiel und unter Bruch der Neutralität durch Belgien und Luxemburg gegen den »Franzmann«, den man in wenigen Tagen niederzuringen gedachte. Doch der »Erbfeind« wehrte sich. Mit englischer Unterstützung wurde schon Anfang September 1914 der deutsche Vormarsch in der Marneschlacht gestoppt. An der Westfront entwickelte sich ein jahrelanger Stellungskrieg, in dem die Jugend Deutschlands, Frankreichs und Englands verblutete. Über 8,5 Millionen Soldaten starben insgesamt an allen Fronten.
1918 waren die Mittelmächte am Ende, Deutschland kapitulierte. Der Eifel blieb erspart, Kampfgebiet zu werden, aber sie hatte auch nach den Hungerwintern unter den Folgen des Krieges zu leiden. Das frankophone Malmedy, aber auch die deutschsprachigen Gebiete Eupen und St. Vith kamen zu Belgien. Seitdem ist ein Teil der Eifel belgisch. Außerdem wurde unser Gebiet von alliierten Truppen besetzt – bis 1930.
 

Noch ein Aufmarsch – da capo al fine

Die Besatzungssoldaten waren noch nicht lange fort, da wurden schon die Vorbereitungen für den nächsten Krieg getroffen. Als erstes, wie seit Cäsars Zeiten, wurden die Straßenverbindungen verbessert. 1936 besetzten Reichswehrtruppen die bis dahin entmilitarisierten Rheinlande – endlich gab es auch wieder in der Eifel deutsche Truppen zu bejubeln. Dann wurde mit gewaltigem Aufwand der Westwall in die Landschaft gesetzt, was den Grenzgemeinden einen kleinen Wirtschaftsaufschwung brachte. Inzwischen war die Wehrpflicht wieder eingeführt und wie vor dem ersten Weltkrieg stellten die stolzen Mütter Fotos ihrer uniformgeschmückten Söhne auf die Kommoden. Wie vergesslich die Menschen doch sind. 1940 war es dann im Westen soweit. Neben der Neutralität Luxemburgs und Belgiens, wurde diesmal auch die der Niederlande gebrochen und Frankreich erobert. 1944 marschierten die Truppen wieder in die andere Richtung. Während 1918 die Regierung kapitulierte, bevor die Eifel zum Kampfgebiet wurde, verteidigten die deutschen Truppen nun trotz der aussichtlosen Lage jeden Meter Boden. 1945 kämpften sich dann die Amerikaner vor zum Rhein, viele Dörfer und Städte des Eifelraumes wurden zerstört, manche waren nur noch ein Trümmerfeld. Zigtausende starben allein bei den Kämpfen im Hürtgenwald. Das tausendjährige Reich hatte sein Ende gefunden.
Die Alliierten teilten Deutschland in Besatzungszonen auf, die Südeifel kam zu Frankreich, die Nordeifel zur britischen Zone. Die Grenze trennt heute die Länder Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Wie immer wird die Eifel von außen verwaltet: Landeshauptstädte sind Düsseldorf und Mainz, Regierungsbezirke Köln, Trier und Koblenz – in der Römerzeit war es auch schon so ähnlich. Das Militär spielt seine Rolle wie eh und je, die Ansammlung modernsten Kriegsgeräres in der Eifel lässt erschrecken. Und auf Kommoden Fotos von Söhnen in Uniform die stolze Mütter aufgestellt haben ...

 


 

Die Eifel gehört zum atlantischen Klimabereich mit relativ hohen Niederschlägen; die Winter sind mäßig kalt, ausgedehnt und schneereich; die Sommer feucht und kühl. Vorherrschende Windrichtung ist West-/Nordwest. Relativ trockenes und mildes Klima herrscht im Wind- und Regenschatten der Hocheifel. Sibirische Kaltluft bleibt in den höheren Lagen der Eifel wenig wetterwirksam, da die Atlantiknähe auch im Winter mildere Meeresluft an die Eifel heranführt.
 
Im langjährigen Mittel hat selbst die Schneifel im Winter nur eine Schneedecke von neun zusammenhängenden Tagen, da länger anhaltende Kälteabschnitte ausbleiben; mit insgesamt 70 Tagen geschlossener Schneedecke ist die Schneehäufigkeit insgesamt in den Hochlagen relativ groß (zum Vergleich: Bitburg 35 Tage, Maifeld 30 Tage), allerdings schwankt die Schneehäufigkeit von Jahr zu Jahr. Schneehöhen schwanken im Mittel zwischen 15 cm bis 60 cm. Durch den feuchten atlantischen Klimabereich kann es zu extremen Ausschlägen kommen (2. März 1987: gemessene Schneedecke in der Eifel 227 cm am Weißen Stein).
 
Die Mitteltemperatur im kältesten Monat (Januar) beträgt -1,5 °C in den Hochlagen, im Gebirgsvorland +1,5 bis 2 °C; Frosttage mit Tiefsttemperaturen unter 0 °C gibt es in den Höhenlagen 110; Eistage, an denen die Temperaturen nicht über 0 °C ansteigen liegen im langjährigen Mittel bei 40; der wärmste Monat (Juli) hat im Schnitt nur eine Temperatur von 14 °C in den Hochlagen; die Niederschlagsmenge nimmt infolge des Lee-Effektes der Hochlagen von West nach Ost deutlich ab; sind es in der Schneifel noch durchschnittlich 1200 mm (Hohes Venn 1500 mm-1700 mm) Niederschlag so beträgt die Niederschlagsmenge im Maifeld nur 600 mm.
 
Die bioklimatischen Bedingungen sind in der Eifel günstig. Wärmebelastung und Luftschwüle treten im Sommer nur selten auf. Die Eifel hat insgesamt ein ausgesprochenes Reizklima, wobei die Hochlagen als reizstark gelten. Die Eifel ist ein Reinluftgebiet mit sehr geringer luftchemischer Belastung. An heißen Sonnentagen ergibt sich manchmal eine erhöhte Konzentration von bodennahem Ozon.